Sinkende Zinsen bedeuten steigende Erbschaftsteuerwerte

Falls Sie Anteile an Ihrem Unternehmen auf Kinder übertragen oder falls der Erbfall eintritt, wird die Bewertung standardmäßig nach einem „vereinfachten Ertragswertverfahren“ durchgeführt, in dem ein Basiszins nach § 203 Bewertungsgesetz (nicht zu verwechseln mit dem Basiszins der EZB) eine wichtige Rolle spielt. Für 2012 beträgt dieser amtlich festgelegte Zinssatz 2,44 Prozent.

Wichtig zu wissen: Je niedriger dieser Basiszins, desto höher der steuerliche Unternehmenswert. Denn der Multiplikator ist: 1/(Basiszins + 4,5 Prozent Zuschlag). Je höher der Nenner, desto niedriger der Multiplikator. Daran sollte jeder denken, der kurz vor einer Anteilsschenkung steht. Den Stichtag auf den 01.01.2013 zu legen, kann gegenüber dem Stichtag 31.12.2012 bares Geld sparen – falls die Zinsen wieder steigen. Übrigens: Schreiben Sie immer dazu: „12 Uhr mittags“, niemals „24 Uhr“. Denn bei „31.12.; 24 Uhr“ ist unklar, ob der Stichtag im neuen oder alten Jahr liegt.

Herzliche Grüße
Dipl. -Kfm. Alfred Gesierich
Steuerberater für Gauting

Gewinne aus einem Hobby: Das Finanzamt arbeitet mit Tricks

Wer Gewinne macht, muss sie versteuern. Verluste kann man hingegen nur absetzen, wenn man auf Dauer zumindest die Absicht hat, Gewinne zu machen. Meist schaut das Finanzamt bei Verlusten maximal fünf Jahre lang zu. Dann erklärt das Finanzamt den Betrieb zum Hobby („Liebhaberei¬betrieb“) und erkennt die Verluste nicht mehr an.

Das heißt aber auch: Falls doch einmal Gewinne anfallen, muss man diese nicht versteuern. Darauf hatte auch ein EDV-Händler gebaut, dessen Handel vom Finanzamt wegen über zehn Jahren Verlust zum Hobby abgestempelt wurde. Plötzlich machte der Mann aber Gewinne – und das in sechsstelliger Höhe.

Pech für den Mann: Das Finanzamt besteuerte die Gewinne trotzdem und gab dabei folgende Begründung an: Der Mann habe auf ein neues Betriebskonzept umgestellt, und sich deshalb vom Hobbybetrieb zum echten Gewerbebetrieb umgewandelt.
Ergebnis: Nichtanerkennung der Verluste bis 2007, volle Besteuerung der Gewinne ab 2008. (BFH, 16.03.12, IV B 155/11, BFH/NV 12, 950)

Übrigens: Selbst wenn Ihnen das Finanzamt bei einem Neben-Gewerbe einen Hobbybetrieb (Boutique, Pferdezucht usw.) unterstellt, so haben Sie doch immer noch den Vorsteuerabzug. (BFH, 12.02.09, V R 61/06, BStBl. II 09, 828)

Herzliche Grüße
Dipl. -Kfm. Alfred Gesierich
Steuerberater für Gauting