Warum Nettolohn-Vereinbarungen teuer werden können

Manche Mitarbeiter wollen beim Vorstellungsgespräch wissen, wie viel vom Gehalt netto herauskommt. Verständlich, aber Sie als Chef sollten tunlichst vermeiden, einen bestimmten Nettolohn vertraglich zu garantieren. Denn ansonsten würden Sie für Steuer- und Sozialversicherungs-Abzüge haften, auf die Sie gar keinen Einfluss haben.

Beispiel: Ein verheirateter Arbeitnehmer wechselt später die Steuerklasse von III auf V. Die Abzüge schießen nach oben – und Sie müssen das Bruttogehalt aufstocken, um den Nettolohn auf dem Niveau von vor dem Steuerklassenwechsel zu halten.

Rechnen Sie lieber – im Extremfall noch während der Gehaltsverhandlung – den Lohn schnell von netto auf brutto hoch. Das geht mit kostenlosen Internet-Lohnberechnungsprogramm (z. B. www.lohn1.de) ganz leicht. Dieser Bruttolohn wird dann im Arbeitsvertrag vereinbart. Dann kann es Ihnen egal sein, wie sich die Abgabenlast des Mitarbeiters später entwickelt. Denn Ihre Kosten bleiben gleich.

 

Herzliche Grüße
Dipl. -Kfm. Alfred Gesierich
Steuerberater für Gauting

Kunden-Geschenke bis 40 Euro nicht mehr steuerpflichtig

Vor ein paar Jahren hat der Gesetzgeber eine Pauschalierungsmöglichkeit für Geschenke an Kunden eingeführt. Was eigentlich als Wohltat gedacht war, wurde von der Finanzverwaltung bald missbraucht, um zusätzliche Steuereinnahmen zu generieren.

Das lief in aller Regel so ab: Bei einer Lohnsteuerprüfung drohte der Prüfer damit, Kontrollmitteilungen zu versenden, um alle Geschäftspartner, die Geschenke im Wert von über zehn Euro erhalten haben, zur Versteuerung derselben zu zwingen.

Das soll ab 2013 vorbei sein: Zumindest bei Geschenken aus persönlichem Anlass bis 40 Euro brutto wird das abgeschafft. Mit einer Rundverfügung der Oberfinanzdirektion Frankfurt, die bundesweit gilt, gilt die Steuerfreiheit für Sachbezüge bis 40 Euro brutto nun auch für Kunden (OFD Frankfurt, 10.10.12, S 2297B-A-1ST-222, juris).

Achtung: Damit ist die Steuerpflicht von Weihnachtsgeschenken im Wert von über zehn Euro noch nicht aus der Welt geschafft, denn Weihnachten ist kein „persönlicher Anlass“. Persönlich ist etwa Geburtstag, Verlobung, usw.

Wünschenswert für die Zukunft:
Der Gesetzgeber sollte Geschenke bis 35 Euro netto steuerfrei stellen, damit hier ein Gleichlauf mit der Betriebsausgabenabzugs-Grenze geschaffen wird.

 

Herzliche Grüße
Dipl. -Kfm. Alfred Gesierich
Steuerberater für Gauting