Gewinne aus einem Hobby: Das Finanzamt arbeitet mit Tricks

Wer Gewinne macht, muss sie versteuern. Verluste kann man hingegen nur absetzen, wenn man auf Dauer zumindest die Absicht hat, Gewinne zu machen. Meist schaut das Finanzamt bei Verlusten maximal fünf Jahre lang zu. Dann erklärt das Finanzamt den Betrieb zum Hobby („Liebhaberei¬betrieb“) und erkennt die Verluste nicht mehr an.

Das heißt aber auch: Falls doch einmal Gewinne anfallen, muss man diese nicht versteuern. Darauf hatte auch ein EDV-Händler gebaut, dessen Handel vom Finanzamt wegen über zehn Jahren Verlust zum Hobby abgestempelt wurde. Plötzlich machte der Mann aber Gewinne – und das in sechsstelliger Höhe.

Pech für den Mann: Das Finanzamt besteuerte die Gewinne trotzdem und gab dabei folgende Begründung an: Der Mann habe auf ein neues Betriebskonzept umgestellt, und sich deshalb vom Hobbybetrieb zum echten Gewerbebetrieb umgewandelt.
Ergebnis: Nichtanerkennung der Verluste bis 2007, volle Besteuerung der Gewinne ab 2008. (BFH, 16.03.12, IV B 155/11, BFH/NV 12, 950)

Übrigens: Selbst wenn Ihnen das Finanzamt bei einem Neben-Gewerbe einen Hobbybetrieb (Boutique, Pferdezucht usw.) unterstellt, so haben Sie doch immer noch den Vorsteuerabzug. (BFH, 12.02.09, V R 61/06, BStBl. II 09, 828)

Herzliche Grüße
Dipl. -Kfm. Alfred Gesierich
Steuerberater für Gauting

Toner ist auch über 150 Euro kein GWG

Geringwertige Wirtschaftsgüter liegen nur dann vor, wenn sie selbstständig nutzbar sind. Das ist bei Toner für einen Drucker oder Kopierer nicht der Fall. Das können Sie also als Verbrauchsmaterial sofort in den Aufwand buchen.

Tipp: Das muss man sich auch überlegen, wenn man feststellt, dass ein neuer Drucker kaum mehr kosten würde als der Ersatztoner. Einen neuen Drucker müssen Sie zu einem PC hinzuaktivieren und mit dem PC zusammen abschreiben. Verbrauchsmaterial können Sie hingegen stets sofort absetzen.

Herzliche Grüße
Dipl. -Kfm. Alfred Gesierich
Steuerberater für Gauting

Privatschule in der EU abziehbar, in der Schweiz aber nicht

Schon seit langer Zeit kann man Schulgeld für Privatschulen als Sonderausgabe absetzen (§ 10 Abs. 1 Nr. 9 ESTG). Früher war das auf deutsche Privatschulen beschränkt, was aber nicht EU-konform war. Seit 2007 können also auch Schulgeldzahlungen an Privatschulen in anderen EU-Ländern abgesetzt werden. (EUGH, 11.09.07, „Schwarz & Gootjes-Schwarz“, DStR 07, 1670; BFH, 21.10.08, X R 15/08, BFH/NV 09, 659)

Dies gilt jedoch nicht für Privatschulen in der Schweiz: Die Schweiz gehört weder zur EU noch zum europäischen Wirtschaftsraum EWR, eine Gleich¬behandlung kommt also hier – aus Sicht des deutschen Fiskus – nicht in Frage. (BFH, 09.05.12, X R 3/11, LStR 12, 508)

Ihr Steuerberater für Gauting
Alfred Gesierich

Wie Sie die Krankenversicherungsbeiträge Ihrer Kinder absetzen

Sind Sie für ein Kind unterhaltspflichtig und steht Ihnen (zumindest rechnerisch) ein Teil vom Kindergeld zu, können Sie Krankenversicherungsbei¬träge dieses Kindes als Sonderausgabe absetzen. Das gilt sogar dann, wenn Sie diese Versicherungsbeiträge gar nicht bezahlt haben (sondern z. B. das Kind selbst oder der andere Elternteil). Die Regelung betrifft vor allem Eltern von privat versicherten Kindern sowie Kindern in Ausbildung.
Die OFD Magdeburg hat dazu im Detail ausgeführt: (Verfügung v. 03.11.11, S 2221 – 118 – St 224)

• Die Beiträge können insgesamt nur einmal steuerlich geltend gemacht werden. Also entweder beim Vater ODER bei der Mutter ODER beim Kind.

• Der Abzug der Beiträge darf nach nachvollziehbaren Kriterien zwischen Eltern und Kind aufgeteilt werden.

• Für den Sonderausgabenabzug kommt es nicht darauf an, ob die Eltern tatsächlich die Versicherungsbeiträge bezahlt haben. Es ist ausreichend, wenn die Eltern ihre Unterhaltsverpflichtung durch Unterhalt und Verpflegung erfüllt haben.

• Eigene Einkünfte des Kindes kürzen nicht den Sonderausgabenabzug.

Herzliche Grüße,
Dipl.-Kfm. Alfred Gesierich
Steuerberater für Gauting

Wann rechnen sich Miet-Immobilien?

Viele berechnen die Rendite bei der Investition in eine Mietimmobilie, indem sie die Kaltmiete dividieren durch die Anschaffungskosten. Wer also beispielsweise für eine halbe Million ein Mietshaus mit 30.000 Euro Jahresnetto¬miete kauft, der wird auf sechs Prozent Rendite kommen, denn 3.000 geteilt durch 500.000 = 0,06 bzw. sechs Prozent. Richtig wäre es allerdings, die Rendite auf das eingesetzte Eigenkapital zu berechnen.
Unterstellen wir also in unserem Beispiel, dass der Vermieter von der Bank 450.000 Euro Kredit zu einem Zinssatz von 3,5 Prozent bekommen hat. Er zahlt darauf also 15.750 Euro Zinsen. Zieht man das von der Miete in Höhe von 30.000 Euro ab, bleiben 14.250 Euro Ertrag. Bezieht man diesen Ertrag nun auf das eingesetzte Eigenkapital (500.000 – 450.000 = 50.000), so ergibt sich eine stolze Rendite von 29 Prozent.

Das ist auch der Grund, weshalb es sich lohnen kann, das Risiko einer Immobilieninvestition – das gemeinhin unterschätzt wird – dennoch auf sich zu nehmen. Denn man ist hier oft – anders als bei Aktien – in der Lage, einen Großteil der Investition fremdzufinanzieren. Und man kann bei den derzeit niedrigen Zinsen sehr hohe Eigenkapitalrenditen erzielen

Herzliche Grüße,
Dipl.-Kfm. Alfred Gesierich
Steuerberater für Gauting