Tipps rund um Putzfrau, Schneeräumer und Kaminkehrer

Wer Handwerker, Putzfrau & Co bei seinem Privathaus engagiert, kann 20 Prozent der Kosten von der Steuerschuld absetzen. Für Putzfrauen, Gärtner usw. maximal 4.000 Euro im Jahr, für Handwerkerleistungen maximal 1.200 Euro. Auch hier gibt es bisweilen unterschiedliche Auffassungen zwischen Finanzamt und Steuerzahler.

Lassen Sie sich den Steuerbonus fürs Schneeräumen nicht streichen: Die Finanzverwaltung will den Steuerbonus für Schneeräumleistungen nicht zulassen, weil angeblich nur Leistungen „auf dem Grundstück“ begünstigt  sind (BMF, 10.01.14, BStBl. I 14, 75). Schnee geräumt wird aber meistens vor dem Grundstück, nämlich auf dem öffentlichen Gehweg. Das Finanz­gericht Berlin-Brandenburg hat das bereits zugunsten der Grundstücks­besitzer entschieden, und nun sind zwei Verfahren vor dem Bundesfinanzhof anhängig (BFH, VI R 55/12 und 56/12). Lassen Sie sich also den Steuer­bonus für Schneeräumer nicht streichen, sondern legen Sie Einspruch ein und beantragen das Ruhen des Verfahrens, indem Sie auf obige zwei Akten­zeichen hinweisen.

Schornsteinfeger: Bis 2013 sind dessen Rechnungen noch in voller Höhe abzugsfähig. Ab 2014 gibt es den Bonus nur noch für Kehr-, Reparatur- und Wartungsarbeiten, aber ab 2014 nicht mehr für Mess- und Überprüfungs­arbeiten sowie die Feuerstättenschau.

Wenigstens teilweiser Abzug von Kosten beim Neubau des Eigenheims: Für Neubauaufwendungen gibt es keinen Steuerbonus. Sehr wohl aber, wenn man schon einmal einzieht in das fertige Haus und nach dem Einzug erst Garage, Carport oder Gartenzaun errichtet.

Herzliche Grüße
Dipl. -Kfm. Alfred Gesierich
Steuerberater für Gauting

SEPA: erste Praxiserfahrungen, Tipps, Tricks und Fallen

Die zwingende SEPA-Einführung für den betrieblichen Zahlungsverkehr wurde nun zwar erst einmal auf den 1. August 2014 verschoben. Aber die meisten Unternehmen nutzen jetzt schon SEPA. Viele Banken nehmen Daten auch nur noch im SEPA-Format an. Hier eine Sammlung von Tipps rund um SEPA und erste Praxis­erfahrungen:

BIC bei Inlands-Überweisungen nicht notwendig: Den BIC-Code brauchen Sie nur bei Auslands-Überweisungen. Im Inland reicht IBAN. Von den 22 IBAN-Stellen muss man sich nur zwei merken: Wenn Sie Ihre alte Kontonummer und Bankleitzahl im Kopf haben, müssen Sie sich nur zwei Ziffern merken, nämlich die direkt nach DE folgenden zwei Prüfziffern. Anschlie­ßend folgt die achtstellige Bankleitzahl und dann die zehnstellige Kontonummer. Hat Ihre Kontonummer weniger als zehn Stellen, wird die Lücke dazwischen mit Nullen aufgefüllt.

Kein SEPA-Basislastschriftmandat notwendig bei vorhandener Einzugs­ermächtigung:
Hatten Sie bisher von Ihren Kunden eine Einzugsermächtigung, können Sie diese weiterverwenden als SEPA-Basislastschrift. Problem: Finden Sie das ursprüngliche Dokument nicht mehr, sollten Sie lieber doch ein neues SEPA-Basislastschriftmandat einholen. Denn falls Ihr Kunde eines Tages behauptet, Sie nie autorisiert zu haben und Sie das Gegenteil nicht beweisen können, kann er die Lastschriften der letzten 13 Monate(!) zurückbuchen lassen. Ansonsten gilt eine Widerspruchsfrist von acht Wochen (bisher sechs Wochen).

SEPA-Firmenlastschrift muss zur Bank des Kunden:
Anders als bei der Basislastschrift kann der Kunde bei der Firmenlastschrift keine Rück­buchung veranlassen. Ein SEPA-Firmenlastschriftmandat muss eigentlich nicht zu Ihnen als Zahlungsempfänger, sondern zur Bank des Kunden. Die Erfahrung lehrt jedoch, dass die allermeisten Ihrer Kunden dieses Formular nicht an deren Bank weitergeben – sei es aus Trotz oder aus Desinteresse. Lassen Sie sich daher die Firmenlastschrift von Ihrem Kunden unterschrieben geben und kümmern Sie sich selbst darum, dass diese zu seiner Bank gelangt. So können Sie wenigstens sicherstellen, dass die Bank das Mandat bekommen hat. Lassen Sie sich von der Bank ausdrücklich bestätigen, dass sie das Firmenlastschriftmandat verarbeitet hat.

Vorsichtig sein beim Erteilen von Firmenlastschriftmandaten: Wie schon bisher beim Abbuchungsauftrag prüft die Bank nur, ob die Firmenlastschriftmandatsnummer autorisiert wurde. Die Betragshöhe wird nicht geprüft. Stellen Sie sich vor, Sie haben einer unseriösen Firma ein Firmenlastschriftmandat erteilt, und diese räumt Ihr Konto ab und verduftet über alle Berge. Sie können diese Lastschrift nicht zurückbuchen lassen.

Mandatsreferenz selber eintragen, nicht den Kunden eintragen lassen: Jedes Lastschriftmandat, egal ob Basis- oder Firmenlastschriftmandat muss eine Mandatsreferenznummer haben. Wenn der Kunde diese Nummer einträgt, besteht die Gefahr, dass die nicht übereinstimmt mit der Mandats­referenz­nummer, die Ihr Zahlungsverkehrprogramm vergibt. Deshalb: Das Formular vorausfüllen und die von Ihrer Software ermittelte Mandats­referenznummer eintragen, dann ist diese Fehlerquelle schon einmal weg.

Vorankündigungsfrist verkürzen: Per Gesetz müssen Sie eine Abbuchung bzw. Lastschrift 14 Tage vorher ankündigen. Diese Frist können Sie durch vertragliche Vereinbarung auf bis zu einen Tag verkürzen. Bei Firmenkunden können Sie das zum Beispiel per E-Mail machen und dazu schreiben: „Falls wir von Ihnen nichts hören, gehen wir davon aus, dass das Verkürzen auf drei Tage für Sie in Ordnung ist“. Bei Privatkunden muss der Kunde jedoch der Verkürzung zustimmen.

Die Drohung, ansonsten auf Überweisung umzustellen, kann ein Schuss in den Ofen sein: Manche Zahlungsempfänger schreiben zum Beispiel: „Wir stellen auf fünf Tage um. Falls Sie damit nicht einverstanden sind, melden Sie sich, dann stellen wir um auf Überweisung“. Das kann ein übles Eigentor werden, denn die Überwachung des Eingangs von Überweisungen ist sehr viel Arbeit. Besser ist es, sich individuell mit Verkürzungs-Verweigerern auseinanderzusetzen und so dann doch die Zustimmung zur verkürzten Einzugsfrist zu bekommen.

Herzliche Grüße
Dipl. -Kfm. Alfred Gesierich
Steuerberater für Gauting

Wenn Ihr Arbeitnehmer noch einen Nebenjob hat

Viele Arbeitnehmer kommen mit einem Arbeitslohn alleine nicht zurecht und haben mehrere Beschäftigungsverhältnisse nebeneinander. Das kann bisweilen steuerlich und sozialversicherungsrechtlich kompliziert werden. Hinweis: Beachten Sie bei den Beispielen bitte, dass alle Personen immer NUR die erwähnten Beschäftigungen haben, keine weiteren.

Zwei Teilzeitjobs nebeneinander: Sandra arbeitet Montag bis Mittwoch in der Firma Meier für 1.500 Euro sowie Donnerstag und Freitag in der Firma Huber für 1.000 Euro. Beide Arbeitsverhältnisse sind voll sozialversicherungspflichtig. Für den zweiten Job bei Huber wird Sandra die Lohnsteuerklasse VI vorlegen, was zu hohen Abzügen führt. Davon dürfte Sandra einen Teil wieder zurückbekommen, wenn sie nach Jahresende eine Einkommens­steuer­erklärung abgibt.

Hauptjob plus Minijob: Stefan arbeitet in Firma A Vollzeit für 3.000 Euro brutto, und in Firma B hat er einen Minijob in Höhe von 200 Euro. Grundsätzlich werden zwar mehrere Beschäftigungen zusammengezählt, aber die zeitlich zuerst aufgenommene Nebenbeschäftigung bis zu 450 Euro monatlich bleibt anrechnungsfrei. (Lexikon für das Lohnbüro 2013, S. 408, Ziffer 12 a)

Hauptjob plus zwei Minijobs: Stefan aus dem obigen Beispiel nimmt nun noch einen weiteren Minijob am Sonntag an, auch mit 200 Euro. Dieser ist voll sozialversicherungspflichtig, weil er mit seinem Hauptjob zusammengezählt wird. Ausgenommen von der Zusammenrechnung mit der versicherungspflichtigen Beschäftigung wird (nur) der zeitlich zuerst aufgenommene Minijob. Dieser bleibt ein normaler Minijob. Beim zweiten Minijob ist die zweiprozentige Pauschalsteuer nicht möglich, aber wohl eine 20-prozentige Pauschalsteuer, sofern der Arbeitslohn maximal 450 Euro beträgt (Lexikon für das Lohnbüro 2013, S. 408 Ziffer 12 c). Arbeitslosenversicherungsbeiträge müssen für diese Beschäftigung jedoch nicht gezahlt werden – der Rest (Renten-,­ Kranken- und Pflegeversicherung) schon.

Mehrere Minijobs mit Summe bis 450 Euro: Bei mehreren nebeneinander ausgeführten Minijobs liegt eine geringfügige Beschäftigung so lange vor, solange die zusammengerechneten Arbeitsentgelte aus allen Beschäftigungsverhältnissen maximal 450 Euro betragen. Achtung: Siehe aber den Stefan-Fall (Hauptjob plus zwei Minijobs).
Zwei Minijobs mit Summe über 450 Euro: Elfriede arbeitet für 300 Euro im Monat bei REWE und bei Tengelmann für 300 Euro: volle Sozialversicherung für beide Minijobs. Bei beiden Minijobs besteht die Möglichkeit der 20-prozentigen Lohnsteuerpauschalierung. (Lexikon für das Lohnbüro 2013, S. 407, Ziffer 11)

Gleitzone plus Minijob: Cornelia arbeitet sozialversicherungspflichtig bei Tengelmann für 600 Euro und bei OBI für 400 Euro: Tengelmann Gleitzone. Bei OBI gibt es eine Ausnahme vom Grundsatz der Zusammenrechnung, denn eine Nebenbeschäftigung bis 450 Euro monatlich bleibt anrechnungsfrei. Das Gesetz sagt zwar, dass mehrere Beschäftigungen zusammengerechnet werden, das gilt aber nicht für einen (einzigen) Minijob (§ 20 Abs. 2 SGB IV). (Lexikon für das Lohnbüro 2013, S. 431 Nr. 5 a)

Herzliche Grüße
Dipl. -Kfm. Alfred Gesierich
Steuerberater für Gauting

Wann das Finanzamt nicht schätzen darf

Wenn ein Betrieb eine schlampige oder gar keine Buchführung hat oder eine, deren Ergebnis einfach nicht stimmen kann (zum Beispiel negative Kassenbestände), dann darf das Finanzamt schätzen. Umgekehrt darf das Finanzamt nicht schätzen, wenn die Buchführung formell ordnungsgemäß ist und das Finanzamt nicht beweisen kann, dass die Buchführung schlechterdings nicht zutreffen kann. (FG Köln, 27.01.09, 6 K 3954/07, EFG 09, 1092)

Abweichungen beim Zeitreihenvergleich berechtigen nicht zur Schätzung: In einem anderen Fall hat nun das Finanzamt bei einer Gaststätte einen so genannten Zeitreihenvergleich durchgeführt, bei dem die Jahres-Umsatzverlaufskurven von mehreren Jahren übereinander gelegt werden. Hier gab es in einem Jahr erhebliche Abweichungen, sodass das Finanzamt einfach sagte: „Hier kann ja wohl etwas nicht stimmen, da schätzen wir mal was zum Gewinn dazu“. Das Finanzgericht Münster hatte das zwar für in Ordnung gehalten (26.07.12, 4 K 2071/09, EFG 12, 1982), aber nun wird sich der Bundesfinanzhof damit beschäftigen (BFH, 14.05.13, X B 183/12, BFH/NV 13, 1223).

Fazit: Achten Sie streng auf eine ordnungsgemäße Buchführung. Erfassen Sie alles vollständig, lassen Sie keine negativen Kassenbestände oder sonstigen Unfug zu, der schlechterdings nicht zutreffen kann. Und achten Sie da­rauf, dass Sie EDV-technisch mindestens einmal im Monat „festschreiben“, sodass nichts mehr verändert werden kann. Damit bieten Sie dem Finanzamt kein Einfallstor für Schätzungen. Wenn das Finanzamt aber trotzdem schätzt, sollten Sie sich unter Hinweis auf das obige Urteil wehren.

Herzliche Grüße
Dipl. -Kfm. Alfred Gesierich
Steuerberater für Gauting

Arzneikosten nur mit Arztrezept absetzbar

Ein Ehepaar hatte ohne Verordnung Medikamente für 1.418 Euro gekauft und wollte diese Kosten als „außergewöhnliche Belastung“ geltend machen. Die beiden argumentierten, dass viele Medikamente (Schmerz-, Erkältungs- und Grippemittel) wegen der Gesundheitsreform nicht mehr verschrieben würden, obwohl sie notwendig seien.

Das Finanzamt erkannte aber trotzdem nur die Medikamente an, für die eine ärztliche Verordnung vorlag, die ohne Verordnung gekauften Präparate hingegen nicht. Zu Recht, so lautet nun das rechtskräftige Urteil. (FG Rheinland-Pfalz, 08.07.13, 5 K 2157/12).

Herzliche Grüße
Dipl. -Kfm. Alfred Gesierich
Steuerberater für Gauting

Über diese Sicherheitslücken stolpern viele Mittelständler

Haben Sie sich schon einmal überlegt, was passiert, wenn Ihre EDV ausfällt oder gar Daten gestohlen bzw. manipuliert werden? Viele Unternehmen machen sich über dieses Thema leider erst Gedanken, wenn es zu spät ist und der Serverraum schon überflutet bzw. der Datendiebstahl passiert ist.

Hier eine Auflistung häufiger Probleme und wie Sie sie beheben:

Funktioniert die Bandsicherung? Viele lassen jeden Abend ein Sicherungsband laufen, kontrollieren aber nie, ob überhaupt etwas, und wenn ja, was da drauf ist. Tipp: Einmal im Quartal testhalber ein paar Dateien bzw. Ordner vom Band zurücksichern, um zu sehen, ob die Sicherung wirklich funktioniert hat.

Werden die Bänder außerhalb gelagert? Was nutzt Ihnen ein Sicherungsband, das auf dem Server liegt, wenn dieser mitsamt Bändern gestohlen oder überflutet wird bzw. abbrennt und das Sicherungsband gleich mit? Mein Rat: Bänder an einem anderen, feuer- und wassersicheren Ort lagern – z. B. bei Ihnen zuhause. Wichtig: Bänder nicht im heißen Auto liegen lassen!


Datenklau über Netzwerkdosen:
Sind in Ihrem Besprechungszimmer Netzwerkdosen? Wenn dort Besucher manchmal länger alleine sind, könnte dann einer einfach ein Netzwerkkabel einstecken und Ihre Daten absaugen?

Unverschlossene Serverräume: Denken Sie daran, dass ein Besucher schnell mal einen Bluetooth-Sender in einen Switch einstöpseln und monatelang Daten absaugen kann, ohne dass Sie es merken.

Unverschlüsselte E-Mails:
Nicht nur der US-Geheimdienst kann Ihre Mails mitlesen. Das Optimum sind Verschlüsselungstechniken, aber diese sind oft so kompliziert, dass sie unterbleiben. Besser als gar keine Verschlüsselung ist aber Folgendes: Sie versenden vertrauliche Informationen in einem kennwortgeschützten pdf-Dokument. Das Kennwort übermitteln Sie natürlich nicht per Mail, sondern per SMS oder Fax.

Fazit:
Rufen Sie am besten einen kompetenten IT-Dienstleister zu Hilfe, um einen kompletten Sicherheitscheck Ihrer EDV-Anlage und des Umgangs damit durchzuführen.

Herzliche Grüße
Dipl. -Kfm. Alfred Gesierich
Steuerberater für Gauting

Grunderwerbssteuer auf Rekordkurs

Im Jahre 2006 wurde die Grunderwerbssteuer zur Ländersache erklärt. Zunächst befürchtete man einen Steuerwettbewerb nach unten – das Gegenteil ist eingetreten.

Als erstes hatte Berlin den Satz auf 4,5 Prozent erhöht. Viele Länder zogen nach, dann kamen die ersten mit fünf Prozent, inzwischen ist das Saarland mit 5,5 Prozent der Spitzenreiter. Ab 2014 wird diese Spitzenrolle Schleswig-Holstein übernehmen mit sage und schreibe 6,5 Prozent Grunderwerbssteuer. Die einzigen Bundesländer, die den alten Steuersatz von 3,5 Prozent bis jetzt beibehalten haben, sind die Freistaaten Bayern und Sachsen.

Übrigens: Es gab schon einmal einen bundeseinheitlichen Grunderwerbssteuersatz von sieben Prozent bis Anfang der 80er-Jahre, damals waren aber Einfamilienhäuser, Zweifamilienhäuser und Eigentumswohnungen steuerbefreit. An eine solche Steuerbefreiung denkt der schleswig-holsteinische Ministerpräsident natürlich nicht.

Herzliche Grüße
Dipl. -Kfm. Alfred Gesierich
Steuerberater für Gauting

Wo Sie die USt-ID-Nr. von EU-Kunden prüfen lassen müssen

Viele Unternehmer lassen die Umsatzsteuer-ID-Nr. von neuen EU-Kunden in der Buchhaltung kontrollieren. Dann ist es aber meistens schon zu spät. Denn wenn die Rechnung geschrieben wird, wurde die Ware ja längst ausgeliefert – vielleicht sogar Wochen oder gar einen Monat vorher.

Die Prüfung der Umsatzsteuer-ID-Nr. ist deshalb Vertriebsaufgabe. Der Verkäufer muss die Nummer prüfen, bevor er einen Verkauf in ein EU-Land abwickelt.

Qualifizierte oder einfache Prüfung? Bei Neukunden muss zwingend eine qualifizierte Abfrage gemacht werden (möglich über http://evatr.bff-online.de oder Telefon 02 28/406-12 22). Bei jedem weiteren Umsatz an einen Bestandskunden genügt die einfache Abfrage, ob die Nummer noch gültig ist.

Herzliche Grüße
Dipl. -Kfm. Alfred Gesierich
Steuerberater für Gauting

Wie Sie mehr Unterhalt an die Ex absetzen

Wer an seinen Ex-Ehepartner Unterhalt zahlen muss, kann das bis zu 13.805 Euro im Jahr als Sonderausgabe absetzen (§ 10 Abs.1 Nr. 1 EStG), wenn der Ex-Partner bereit ist, das Geld zu versteuern.

Falls Sie mehr Unterhalt zahlen müssen und vermietete Immobilien besitzen, gibt es einen Ausweg, um den Abzug zu erreichen: Sie schreiben Mietverträge auf Ihre Ex-Frau um. Dann kassiert und versteuert diese die Mieten und nicht mehr Sie. Denn Mieten versteuert immer derjenige, der nach außen gegenüber den Mietern als Vermieter auftritt. Dafür muss man nicht Eigentümer sein. Voraussetzung für diese Methode ist natürlich, dass kein „Rosenkrieg“ herrscht und somit noch eine vernünftige Verständigung möglich ist. Nebenwirkung: Abschreibung und Schuldzinsabzug gehen bei dieser Methode verloren.

Man muss also nachrechnen, was schlimmer ist: Einen Teil des Unterhalts aus dem versteuerten Netto zu zahlen oder der Verlust dieser Werbungskosten.

Herzliche Grüße
Dipl. -Kfm. Alfred Gesierich
Steuerberater für Gauting

Wer wird eines Tages Ihr Unternehmen weiterführen?

Der Rosenheimer Notar und Nachfolge-Experte Dr. Sebastian Spiegelberger hat in seinem Buch „Unternehmensnachfolge“ folgende Daten zur familien-internen Unternehmens-Nachfolge ermittelt:

Umsatz bis Fortführung innerhalb der Familie
250.000 Euro 40 Prozent
500.000 Euro 46 Prozent
2,5 Mio. Euro 59 Prozent
12,5 Mio. Euro 70 Prozent
über 12,5 Mio. Euro 42 Prozent

Woran liegt die niedrige Familien-Fortführungsquote bei kleineren Unternehmen? Der Notar führt das darauf zurück, dass die Kinder erlebt haben, welche Entbehrungen die Eltern für die Firma mitmachen mussten und sie diesen enormen Arbeitseinsatz scheuen.

Bei größeren Unternehmen hingegen gibt es oft ein besser organisiertes Management, wo man viele Aufgaben auf qualifizierte Mitarbeiter delegieren kann. Außerdem ist bei höheren Umsätzen in aller Regel auch mit höheren Gewinnen zu rechnen, so dass sich der Arbeitseinsatz eher lohnt.

Dass die familieninterne Fortführungsquote bei sehr großen Unternehmen (über 12,5 Mio. Euro Jahresumsatz) wieder abfällt, könnte daran liegen, dass der familieninterne Nachwuchs bisweilen schlicht überfordert ist, ein allzu großes Unternehmen (alleine) fortzuführen.

Über alle Größenklassen hinweg werden nur 44 Prozent aller Unternehmen innerhalb der eigenen Familie fortgeführt.

Mit den Betrieben, die nicht von Angehörigen fortgeführt werden, passiert dies:

Verkauf an andere Unternehmen: 21 Prozent
Verkauf an externe Manager (Management-Buy-In): 6,5 Prozent
Verkauf an die eigenen Mitarbeiter (Management-Buy-Out): 10 Prozent
Stilllegung: 8 Prozent
Ein weiterer Grund, warum die familieninterne Nachfolge oft scheitert: Die übergebende Generation beschäftigt sich zu spät mit dem Thema oder verdrängt es. Dann kommt es bisweilen zu ungerechten Lösungen. Oder das Unternehmen fällt in eine Erbengemeinschaft, was oft das Ende für jedes Unternehmen ist, weil in Erbengemeinschaften grundsätzlich Einstimmigkeit erforderlich ist, was bei unternehmerischen Entscheidungen selten herbeizuführen ist. Machen Sie sich also zeitnah Gedanken über eine Nachfolge­regelung.

Die Ziele einer Nachfolgeregelung sollten sein (in dieser Reihenfolge):
• Den Frieden in der Familie zu erhalten,
• die Eltern wirtschaftlich abzusichern
• und erst zuletzt die Belastung mit Einkommens- und Erbschaftssteuer zu minimieren.

Herzliche Grüße
Dipl. -Kfm. Alfred Gesierich
Steuerberater für Gauting