Steuer-Voranmeldungen nur noch mit Authentifizierung

Mandanten, die ihre Umsatzsteuervoranmeldungen selber per ELSTER abgeben, müssen sich 2013 auf Neuerungen einstellen: Sie müssen nun ein Authentifizierungs-Verfahren durchlaufen, ohne das ab 2013 keine Voranmeldungen mehr abgegeben werden können. Das gilt auch für Lohnsteuer-Voranmeldungen.

Die Registrierung kann einige Tage dauern und wird eingeleitet unter www.elsteronline.de/Eportal. Anfang Februar 2013 wird das Verfahren wegen der dann abzusehenden Überlastung wahrscheinlich noch länger dauern. Wer dann erst anfängt, riskiert Verspätungszuschläge wegen verspäteter Abgabe der Anmeldungen.

Zur Klarstellung: Diejenigen unter Ihnen, die unsere Kanzlei mit der Abgabe der Umsatzsteuervoranmeldungen/Lohnsteueranmeldungen beauftragt haben, müssen nichts unternehmen. Da kümmern wir uns um alles.

Herzliche Grüße
Dipl. -Kfm. Alfred Gesierich
Steuerberater für Gauting

Wer wird eines Tages Ihr Unternehmen weiterführen?

Der Rosenheimer Notar und Nachfolge-Experte Dr. Sebastian Spiegelberger hat in seinem Buch „Unternehmensnachfolge“ folgende Daten zur familien-internen Unternehmens-Nachfolge ermittelt:

Umsatz bis Fortführung innerhalb der Familie
250.000 Euro 40 Prozent
500.000 Euro 46 Prozent
2,5 Mio. Euro 59 Prozent
12,5 Mio. Euro 70 Prozent
über 12,5 Mio. Euro 42 Prozent

Woran liegt die niedrige Familien-Fortführungsquote bei kleineren Unternehmen? Der Notar führt das darauf zurück, dass die Kinder erlebt haben, welche Entbehrungen die Eltern für die Firma mitmachen mussten und sie diesen enormen Arbeitseinsatz scheuen.

Bei größeren Unternehmen hingegen gibt es oft ein besser organisiertes Management, wo man viele Aufgaben auf qualifizierte Mitarbeiter delegieren kann. Außerdem ist bei höheren Umsätzen in aller Regel auch mit höheren Gewinnen zu rechnen, so dass sich der Arbeitseinsatz eher lohnt.

Dass die familieninterne Fortführungsquote bei sehr großen Unternehmen (über 12,5 Mio. Euro Jahresumsatz) wieder abfällt, könnte daran liegen, dass der familieninterne Nachwuchs bisweilen schlicht überfordert ist, ein allzu großes Unternehmen (alleine) fortzuführen.

Über alle Größenklassen hinweg werden nur 44 Prozent aller Unternehmen innerhalb der eigenen Familie fortgeführt.

Mit den Betrieben, die nicht von Angehörigen fortgeführt werden, passiert dies:

Verkauf an andere Unternehmen: 21 Prozent
Verkauf an externe Manager (Management-Buy-In): 6,5 Prozent
Verkauf an die eigenen Mitarbeiter (Management-Buy-Out): 10 Prozent
Stilllegung: 8 Prozent
Ein weiterer Grund, warum die familieninterne Nachfolge oft scheitert: Die übergebende Generation beschäftigt sich zu spät mit dem Thema oder verdrängt es. Dann kommt es bisweilen zu ungerechten Lösungen. Oder das Unternehmen fällt in eine Erbengemeinschaft, was oft das Ende für jedes Unternehmen ist, weil in Erbengemeinschaften grundsätzlich Einstimmigkeit erforderlich ist, was bei unternehmerischen Entscheidungen selten herbeizuführen ist. Machen Sie sich also zeitnah Gedanken über eine Nachfolge­regelung.

Die Ziele einer Nachfolgeregelung sollten sein (in dieser Reihenfolge):
• Den Frieden in der Familie zu erhalten,
• die Eltern wirtschaftlich abzusichern
• und erst zuletzt die Belastung mit Einkommens- und Erbschaftssteuer zu minimieren.

Herzliche Grüße
Dipl. -Kfm. Alfred Gesierich
Steuerberater für Gauting

Wie Sie kurz vor Jahresende sinnvoll Steuern sparen

Kurz vor Jahresende können Sie noch sinnvoll Steuern sparen, wenn Sie Krankenversicherungs-Beiträge für 2013 vorauszahlen. Das Steuergesetz erlaubt es, maximal das Zweieinhalbfache an Krankenversicherungs-Beiträgen vorauszuzahlen und sofort abzusetzen. (§ 10 Abs. 1 Nr. 3 Satz 4 EStG

Es kann sich steuerlich lohnen, alle zwei Jahre das Doppelte zu zahlen und dann ein Jahr auszusetzen. Wenn man zum Beispiel also in geraden Jahren immer die Krankenversicherungsprämie für das Folgejahr vorauszahlt, erreicht man dadurch in den ungeraden Jahren das Absetzen von Berufsunfähigkeit-, Unfall-, Haftpflicht- und Risikoversicherungen, die sonst wegen Überschreitens der Höchstgrenze unter den Tisch fallen.

Der Hintergrund: Man kann entweder maximal 2.800 Euro für Kranken-, Pflege-, Berufsunfähigkeit-, Unfall-, Haftpflicht- und Risikoversicherungen absetzen oder aber nur den Basiskrankenversicherungsschutz (ohne Komfortleistungen) und die Pflegeversicherung, das aber ohne Beschränkung (§ 10 Abs. 4 EStG). Wer also höhere Krankenversicherungsbeiträge zahlt, kann diese zwar absetzen, aber alle anderen oben genannten Versicherungen fallen dann unter den Tisch.

Diesen Effekt kann man durch die Voraus­zahlung vermeiden, weil man dann im nächsten Jahr ohne Krankenversicherungsbeiträge die vollen 2.800 Euro frei hat.

Zahlenbeispiel: Stefan (ledig + selbständig) zahlt für seine private Krankenversicherung monatlich 500 Euro, davon 100 Euro für Komfortleistungen (Einbettzimmer usw.). Außerdem zahlt er im Monat 230 Euro für eine Risiko-Lebensversicherung. Stefan zahlt 2012 (und alle folgenden geraden Jahre) die Krankenversicherungs-Beiträge für das Folgejahr voraus und kann in geraden Jahren 9.600 Euro absetzen (Basisschutz 400 Euro x 24). Dadurch erreicht er in den ungeraden Jahren den Abzug seiner Lebensversicherung (2.760 Euro), die sonst unter den Tisch gefallen wäre. Der Trick spart also alle zwei Jahre bis zu 1.222 Euro Steuern.

Herzliche Grüße
Dipl. -Kfm. Alfred Gesierich
Steuerberater für Gauting

Tipps zur Weihnachtsfeier 2012

Den Betriebsausgabenabzug haben Sie für die Kosten der Feier stets in voller Höhe und unbegrenzt. Das ist nie das Problem. Fallstricke lauern an ganz anderen Stellen:

Lohnsteuer vermeiden: Die Teilnahme an der Weihnachtsfeier kostet Ihre Mitarbeiter keine Lohnsteuer, wenn die Kosten je Arbeitnehmer maximal 110 Euro betragen. Wohlgemerkt: Je Arbeitnehmer, nicht je Teilnehmer. Wenn also Arbeit­nehmer Angehörige mitbringen, müssen Sie erst die Kosten je Teilnehmer ausrechnen, dann jedem Arbeitnehmer die von ihm gebrachten Gäste zurechnen und dann die 110-Euro-Grenze prüfen.

110 Euro überschritten? Halb so schlimm! Es gibt die Möglichkeit, teure Weihnachtsfeiern mit 25 Prozent pauschal zu versteuern, wodurch auch Sozialversicherungsfreiheit eintritt. Das Gleiche ist dann notwendig, wenn zwar die 110 Euro je Arbeitnehmer eingehalten werden, aber es im Jahr 2012 insgesamt mehr als zwei Betriebsveranstaltungen gab. Steuerfrei sind nämlich maximal zwei pro Jahr möglich. Tipp: Für die Lohnsteuerpauschalierung sucht man sich nicht unbedingt die letzte, sondern stets die billigste Feier aus.

Mehrtägige Weihnachtsfeiern: Angenommen, Sie fahren mit Ihren Mitarbeitern über Nacht auf eine Skihütte o. ä., dann ist auch das lohnsteuerfrei, sofern Sie die 110-Euro-Grenze einhalten. (R 19.5 Abs. 3 Satz 2 LStR)

Kleine Geschenke auf der Weihnachtsfeier: Geschenke bis 40 Euro brutto werden in die 110-Euro-Grenze eingerechnet und bleiben somit lohnsteuerfrei, sofern insgesamt die 110 Euro eingehalten werden.

Teure Geschenke auf der Weihnachtsfeier: Geschenke über 40 Euro müssen Sie stets pauschal versteuern, dafür zählen sie aber bei der 110-Euro-Grenze nicht mit.

Weihnachtsgeschenke außerhalb der Weihnachtsfeier: Solche Weihnachtsgeschenke sind stets in voller Höhe lohnsteuer- und sozialver­sicherungspflichtig. Nur bei „Geschenken anlässlich einer Betriebsveranstaltung“ gibt es die Möglichkeit, die Lohnsteuer zu pauschalieren.

Goldmünzen als Weihnachtsgeschenk auf der Weihnachtsfeier?
Die steuer­günstigen Vorschriften gelten nur für Sachgeschenke. Man könnte zwar trefflich drüber streiten, ob eine Goldmünze eine Sache oder Geld ist, Finanz­ämter und Sozialversicherungsträger sehen Goldmünzen jedoch definitiv als „Geld“ an. Fazit: Keine Steuerfreiheit und keine Pauschalsteuer möglich.

Herzliche Grüße
Dipl. -Kfm. Alfred Gesierich
Steuerberater für Gauting

Wichtige Grenzbeträge im Steuerrecht

Grenzbeträge sind im Steuerrecht oft sehr wichtig und werden häufig durchein­andergebracht. Diese sollten Sie kennen:

Zehn Euro netto: Geschenke bis 10,00 Euro netto gelten als Streuwerbe­­artikel. Folge: Sie sind beim Empfänger nicht steuerpflichtig und man muss die Namen der Empfänger nicht notieren.

35 Euro netto: Diese Netto-Freigrenze gilt für Geschenke an Geschäftspartner. Geschenke dürfen höchstens bis zu dieser Grenze pro Kopf und Jahr als Betriebsausgabe abgezogen werden. Ein Cent darüber, und das Geschenk ist nicht abzugsfähig. Verpackungs- und Versandkosten erhöhen die Bemessungsgrundlage nicht. Vorsicht: Geschenke sind beim Empfänger steuerpflichtig! (ausgenommen Streuwerbeartikel bis zehn Euro; s. o.).

40 Euro brutto: Diese Grenze gilt für Geschenke an Mitarbeiter aus persönlichem Anlass (Geburtstag, Verlobung, usw.) und kann pro Jahr mehrfach genutzt werden. Ebenso muss diese Betragsgrenze zur Lohnsteuerfreiheit eingehalten werden bei Bewirtungen von Arbeitnehmern aus betrieblicher Veranlassung (zum Beispiel, um schnellere Weiterarbeit nach dem Essen zu gewährleisten).

44 Euro brutto: Diese Bruttofreigrenze gilt für steuerfreie Sachbezüge. Jeder Mitarbeiter kann im Monat maximal steuerfreie Sachbezüge (zum Beispiel Benzingutschein, Warengutschein) bis 44 Euro brutto erhalten. Ein Cent mehr und alles ist steuerpflichtig. 50 Euro: Seit 2004 veraltete Freigrenze.

72/75/80 D-Mark: Veraltete Grenzbeträge für Geschenke, die manche alten Buchhaltungshasen nur schwer aus dem Unterbewusstsein verdrängen können.

110 Euro brutto: Das ist die Bruttofreigrenze der maximalen Kosten je Arbeitnehmer bei Betriebsveranstaltungen (Weihnachtsfeier, Betriebsausflug usw.), bis zu der keine Lohnsteuer anfällt.

150 Euro netto: Das ist die Grenze für das geringwertige Wirtschaftsgut (GWG), wenn man die so genannte „Poolbewertung“ (von 150,01 bis 1.000,00 Euro netto) nutzen will.

150 Euro brutto: Für den Vorsteuer­abzug sind bei Rechnungen bis 150 Euro brutto (Kleinbetragsgrenze) folgende Angaben entbehrlich: Nettobetrag, Mehrwertsteuerbetrag in Euro und Cent, Rechnungsempfänger, Rechnungs- und Steuernummer. Sehr wohl müssen aber vorhanden sein: Vollständiger Name und Adresse des Rechnungsausstellers, Ausstellungsdatum, Bezeichnung der gelieferten Gegenstände und der Steuersatz (z. B. „19 % USt.“).

400 Euro brutto wie netto: Das ist die Obergrenze für den Monatslohn eines Minijobbers. Der vom Bundestag beschlossenen Anhebung auf 450 Euro muss der Bundesrat noch zustimmen.

410 Euro netto: Die alte und seit 2010 wahlweise wieder anwendbare Grenze für das geringwertige Wirtschaftsgut.

Herzliche Grüße
Dipl. -Kfm. Alfred Gesierich
Steuerberater für Gauting